Marianne Büttiker
Im Wort, Das Bild, Erscheint,, 2025
Gewebe aus bemalten Manuskriptseiten, Baum- und Wollgarne aus bekannten und unbekannten Nachlässen Kartografie eines kleinen gelben Hügels, 2025, 150 x 84 cm, Kartografie eines langen Augenblicks, 2025, 150 x 82 cm
texturen sind eine Ode an den Augenblick, an das Ornament, an die Poesie Kunst, die Langsamkeit, an die Sinne und die Sinnlichkeit, an die Stille und den Raum, an den Dialog mit Tradition und Vision und an den Wert jedes alltäglichen Tuns und dessen Erzeugnisse.
Marianne Büttiker
Ein Farb und Fadenspiel, 2025, Werkzyklus, 2025
Gewebe aus bemalten Manuskriptseiten, Baum- und Wollgarne aus bekannten und unbekannten Nachlässen Dreiteiliges Werk, á 170 x 80 cm
texturen Ich sehe es nicht, das Bild, ohne das Wort Kann Gegenwart werden? Ich suche eine Form der Unmittelbarkeit, eine analoge Kartografie, einen roten Faden, der aus den Vergangenheiten und der Zukunft zur Gegenwart gelangt.
Marianne Büttiker
In the word. The picture. Appears // textures I don’t see it, the picture, without the word, 2025
handwoven made from painted manuscript pages, Tree and woollen yarns from known and unknown estates different sizes 24 x 28 to 170 x 300 cm
The result is small and large-format spatial objects in which I detach the interweaving of the two thread systems : warp and weft, from the traditional concept of the linear weaving surface growing from bottom to top and, like painting, dissolve them into a free composition that establishes the connections directly and simultaneously.
Marianne Büttiker
The sky is a straight line. On the poetry of memory, 2024
hand-woven with cotton yarns from known and unknown estates 140 x 240 cm
The inspiration for these fabrics is my very first pictorial memory: the colorful kilim carpet in my childhood room. On it, I began to travel the world and the fields of color illuminated by the wandering sunlight from which the fantasy worlds rise, to and to search for them, for the wild suns, the colorful countries and cities, the animals, the primeval forests and the other stars.
Marianne Büttiker
Memory and memory A cartographic chapter location, 2021
25 handwritten manuscript pages 2016 - 2020, 15 x 21 cm, sewn together, drawn over with colored felt-tip pen, embroidery on cotton total size: 160 x 72 cm
To do this, I edited the manuscript pages with drawings and stitched the text pages together in an order that did not follow their chronology. With this visual examination, I venture visually and spatially to a new cartographic chapter location and to a processual dialogue with language and image, content and form. The chapter strands, as embroidery, concentrate the timeless, original and playful nature of the text's theme and, as cartographies, locate the protagonists' paths through time
Marianne Büttiker
TreppenFarbteppich, Von Hier nach Da, 2026
Farbfäden vernäht auf Baumwolle, 486 x 70 cm
Wo fängt der Himmel an? Das Licht? Die Farben? Ich suchte eine Möglichkeit, einerseits dem Auffächern und Verdichten der Fragen nachzugehen und ihnen eine Materialität zu geben, andererseits die thematischen und räumlichen Bedingungen der Ausstellungsorte aufzunehmen und einen Bezug zu schaffen. Um der Berglandschaft mit ihrer kargen Schönheit und der steten Bewegung des Gesteins und Gerölls, etwas Leichtes und Weiches hinzuzugeben, wählte ich farbige Fäden, die ich aus bekannten und unbekannten Nachlässen, als Berge eines unendlichen Gewirrs, erhalten habe. Aus und mit diesen Fadengewirren, nähte und formte ich für die Treppe, die in ein Nichts führt, ein Äquivalent zum Klostertuch: Dort das Leichte und fast immaterielle Gezeichnete und hier die Farbigkeit und die dichte Schwere eines Teppichs, über den man von Hier nach Da gehen könnte, würde die Treppe irgendwo hinführen.
Marianne Büttiker
Wo fängt der Himmel an? Klostertuch, Müstair, 2026
Handstickerei auf Baumwollte Kopie 440 x 70 cm,
Klostermuseum St. Johann, Müstair Wo fängt der Himmel an? Diese Frage beschäftigt mich seit meinen frühen Kindertagen. Wo fängt der Himmel an? Die Worte klingen wie eine Tonspur, ein Singsang in meinem Ohr und begleiten mich durch das Leben und Arbeiten. Sie sind ein roter Faden, eine feine Zeichnung, vor mir ausgelegt, eine Kartografie, der ich folgen und mit der ich die Welt entdecken und verorten kann. Im Klostermuseum St, Johann, Müstair, im Winterchor, begegnete ich erneut dieser Frage, während ich unter der Dachöffnung stand, durch diese das Licht in den Raum fiel und der Himmel zu sehen war. Diesem Augenblick ist die Stickerei, das Klostertuch gewidmet. Wie früher die Nonnen mit Nadel und Faden Bänder und Gewänder bestickten, folgte ich Stich für Stich, diesem Augenblick, in dem der Himmel mit dem Licht vor meine Füsse fiel. Ich zeichnete die Spur, die nach und nach Bild und Raum, Inspiration, Erinnerung und Gegenwart wurde und das Erlebte auf dem Spaziergang durch das Kloster, der Umgebung und durch das Tal weitete, zu einer Kartografie, zu einem Weg. Die Stickerei fächert die Zeit auf, das Gesehene, die noch sichtbaren Wand- und Deckenfragmente, Zeichnungen und Gemälde, Ausstellungsobjekte, die Schatullen, Bänder, Stoffe und die Klosteranlage selber.
Marianne Büttiker
Ensemble von FarbLichtMehlsieben, 2026
Mehlsiebe mit Fadengespinsten und div. Fadenmaterialien 1 Sieb der Essenzen, ⌀30 x 10 cm, 2 Sieb für Sprache, ⌀30 x 10 cm, 3 Sieb für Klang, ⌀30 x 10 cm, 4 Sieb für Zeit, ⌀34 x 11 cm 5 Sieb für Unendlichkeit, ⌀40 x 12 cm 6 Sieb für Form, ⌀40 x 12 cm 7 Sieb für Farben, ⌀40 x 12 cm
Siebe gehören zu den bedeutenden Werkzeugen des Menschen. In allen Kulturen und allen Zeiten werden Siebe gebraucht und kommt das Siebprinzip vor. So auch; Die drei Siebe des Sokrates, als Kommunikationskonzept: Wahrheit, Güte und Nützlichkeit. Überall in der Mühle stehen Mehlsiebe. Sie haben mich bewegt, ihrem Funktionsprinzip nachzugehen und ich habe das Geflecht von sieben Mehlsieben mit farbigen Fäden versehen, um Sprache, Klang, Essenzen, Zeit und das Universum, Staub und Farben zu sieben. Diese Siebe werden in der Mühle so installiert, dass Licht durch sie fällt und mittels der Fadenstruktur ein Schattenspiel neue, sich dauernd verändernde Strukturen und Formen auf den Boden und die Objekte zeichnet.